Kirschs Blüten

«Kirschs Blüten»: Neues Spiel, neues Glück

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Unser Kolumnist beobachtete den Beginn der neuen Fernsehsaison und analysiert – von Jauch bis Schmidt.

Eine neue Fernsehsaison hat begonnen und es tut sich wieder einiges auf dem Fernsehmarkt. Dabei ist das Treiben dem Beginn einer Fußball-Saison doch recht ähnlich. In der Sommerpause werden die großen Transfers über die Bühne gebracht. Wer das nötige Kleingeld parat hat, kann den Deal des Jahres auch schon weit vorher abwickeln. Die großen Kaliber – im deutschen TV heißen sie unter anderem Günther Jauch oder Harald Schmidt – sollen dann möglichst auch gut einschlagen, sich auszahlen. Mit den Premieren-Quoten von Jauch und Schmidt kann man zufrieden sein – da kann keiner meckern. Eigentlich. Denn wenn man sich schon nicht über Zahlen echauffieren kann, die man mit dem Mikroskop suchen muss, dann muss eben die inhaltliche Kritik herhalten. Oft ist das aber nur Nörgeln auf hohem Niveau, getränkt mit Neid und Missgunst. Denn auch die alten Hasen des Fernsehgeschäfts erfinden mit neuen Sendungen das Rad nicht neu. Davon auszugehen, dass Jauch oder Schmidt gleich zur Premiere der jeweils neuen Show eine Spitzen-Ausgabe hinlegen, war schlichtweg vermessen.

Endlich daheim, war Harald Schmidt in Sat.1 – die offensive Plakatierung und die hohe Schlagzahl der Werbeclips im Sat.1-Programm im Vorlauf der Premiere einmal als Gradmesser genommen, fiel das Comeback von „Dirty Harry“ doch recht verhalten aus. Nur wenige Silben sprach er über seinen Wechsel zu dem Sender, bei dem seine «Harald Schmidt Show» in den 90er Jahren zum Fernseh-Kult wurde. Dass die Erwartungen an seine erste Sendung sehr hoch waren, vielleicht auch viel zu hoch, hatte er sich aber selbst zuzuschreiben. Denn im Vorfeld der Premiere ließ er kein Interview aus, um sich selbst als „King of Late Night“ zu feiern. Gewissermaßen auch ein Spiel mit dem Feuer, wenn man so großem Stil die Werbetrommel rührt und gleichermaßen mit Superlativen um sich wirft. Bei schwachen Einschaltquoten gerät man da leicht mal in Erklärungsnot. Doch dank der sehr guten Werte in der ersten Woche kann sich Harald Schmidt nun bestätigt fühlen, der FC Bayern unter den Late-Night-Talkern zu sein.

Bei den TV-Shows übernimmt diese Rolle nun wieder «Das Supertalent». Ungebrochen ist die Begeisterung des Fernsehpublikum bei der RTL-Show, die neben wirklich talentierten Menschen eben auch jene Untalentierten zeigt, die nur ins Fernsehen kommen, um veralbert zu werden. Diese Effekthascherei braucht eine Spielshow wie «Schlag den Raab» nicht. Das Format hat am Wochenende wieder gezeigt, wie man mit einfachen Mittel und einem logischen Spielsystem beste Samstagabendunterhaltung auf den Bildschirm zaubern kann. Denn dass man sich freiwillig satte sechs Stunden lang ein Duell zwischen einem vorher ausgewählten Kandidaten und einem TV-Entertainer anschaut, ist bei weitem keine Selbstverständlichkeit mehr. Dass am Ende das Glück (des Tüchtigen) entscheiden musste, ist das Resultat eine langen Abends, der aber – von dem ständigen und auffälligen Nachfragen der beiden Duellanten einmal abgesehen – amüsierte.

«Kirschs Blüten» gehen auch nächste Woche wieder auf – jeden Dienstag! Nur bei Quotenmeter.de!

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