Sonntagsfragen

Sonntagsfragen an Lena Meyer-Landrut

von
Quotenmeter.de-Geschäftsführer Fabian Riedner traf Europastar Lena Meyer-Landrut zum Interview in Köln. Die Siegerin des «Eurovision Song Contests» sprach unter anderem über ihre neue Single.

Deine neue Single „Touch a New Day” ist nun in den deutschen Plattenläden und online verfügbar. Wieso hast du gerade diesen Song ausgekoppelt und wieso keinen anderen?
Tja, Gegenfrage: Warum nicht der Song? Wieso sollte ich einen anderen Song auskoppeln?

Deine anderen Songs sind ebenfalls klasse, aber wieso gerade dieser?
Also ich finde auch noch viele Songs vom Album gut, aber der hat mir am besten in die Stimmung gepasst.

Aber es war schließlich deine Entscheidung? Hat der Sommer zu „Touch a New Day“ beigetragen?
Ja, es ist ein schöner entspannter Sommersong. Die relaxte Stimmung gefällt mir.

Du hast also im Moment eine entspannte Phase?
Nein, aber ich hätte gerne (lacht). Ich finde einfach, der Song macht gute Laune und ein schönes Sommergefühl und deshalb finde ich ihn toll. Ich fahre jetzt auch erstmal zwei Wochen in Sommerurlaub.

Hier riecht es nach Rotkäppchen-Saft. Kennt ihr den?

Nein, leider nicht. Wo bekommt man den?
Das ist so ein roter Saft in einer braunen Glasflasche. Naja, egal.

Lena, was hast du für Musikvorbilder?
Also so konkrete Vorbilder habe ich eigentlich nicht. Ich bin eher so gepolt, dass ich sage, ich finde ganz viele Künstler bzw. Sachen toll. Mir ist das eigentlich nicht so wichtig, welcher Star das ist, sondern welche Art von Musik. Ich bin totaler Indie- und Alternative-Fan, ich höre Ska, Hip-Hop, deutschen Rap, teilweise auch Rap aus Amerika, ich bin zum Beispiel riesengroßer Lauryn Hill-Fan. Ich höre sehr gerne Singer-Songwriter-Sachen, ich hatte eine ganz lange Screamo/Hardcore-Phase.

Zählt dann zu Singer-Songwriter auch so etwas wie Feist, Regina Spektor?
Ja.

Man hört zwar nicht gerade Parallelen, aber man könnte deine Songs im gleichen Turnus mitspielen.
Ja, auch. Ich glaube, ich mache so eine Musik, weil ich mich mit dieser Musik am besten identifizieren und sie am besten wiedergeben kann. Ich glaube nicht, dass ich „ich“ sein könnte, wenn ich Screamo machen würde. Dann würde ich mich verstellen. Ich find‘ das geil, ich könnte das aber nicht präsentieren.

Du warst jetzt auf Promo-Europa-Tour – welche Städte haben dir ganz besonders gefallen?
Ja, ich war viel im Ausland unterwegs nach dem «Eurovision Song Contest» und hab nicht so viel in Deutschland gemacht. Ich war in London, Paris, Amsterdam, Brüssel, Wien und in Schweden, Norwegen, also überall. Besonders gut hat mir Amsterdam gefallen.

Warst du auch in Australien? Denn dort erreichte „Satellite“ den 37. Platz.
Ja, das ist voll cool, ne? Total geil! Ich war noch nicht in Australien, ist für einen kurzen Trip ja auch viel zu weit. Aber vielleicht machen wir das ja noch. Meine Plattenfirma Universal weiß schon, dass ich mir das gut vorstellen könnte (lacht).

Wie ist der Fankontakt aus dem Ausland? Bekommst du viel Fanpost?
Also aus dem deutschsprachigen Raum – Deutschland, Österreich, Schweiz – auf jeden Fall viel. Aus den skandinavischen Ländern auch, aus Frankreich und England etwas weniger.

Dort machst du dann eher kleinere Sachen?
Eher Promo-Interviews und Radio-Sachen.

Du bist in StudiVZ, Facebook & MySpace angemeldet. Inwieweit kannst du bestimmen, was in den Social-Networks veröffentlicht wird? Hast du darauf Einfluss?
Ja, sicher habe ich darauf Einfluss. Ich bin privat nur bei Facebook und ich weiß, dass ich bei VZ-Seiten habe (StudiVZ, MeinVZ, SchuelerVZ; Anmerkung der Redaktion) sowie bei MySpace und Facebook. Was ich checke, ist Facebook. Da geh ich immer drauf und guck‘ mir an, was die Leute dort so schreiben. Natürlich gehe ich auch auf meine Webseite www.lena-meyer-landrut.de. Ich habe sonst nicht zu so vielen sozialen Netzwerken eine Verbindung, da ich auch gar nicht so viele Menschen kenne. Ich war früher mal beim SchuelerVZ, aber seit Jahren nicht mehr.

Bist du auch bei XING? Dem Business-Portal?
Nein, da bin ich nicht.

Aus den Medien hat man herausgehört, dass du Schauspiel-Amibitionen hast. Beispielsweise hattest du laut den Gedanken geäußert, an der Ernst-Busch-Schule in Berlin zu studieren. Würdest du dann weiterhin Musik machen und wenn du den Weg der Schauspielerei einschlägst, was interessiert dich dort am meisten? Große Filme, Serien oder Theater?
Ich habe immer schon Schauspiel-Ambitionen und hab dies erzählt, weil mein ursprünglicher Plan war, Kunst in einer bestimmten Form zu machen und da ist mir die Schauspielschule am nächsten und am realsten gewesen, um dies umzusetzen. Ich habe den Plan deshalb gemacht und will diesen auch irgendwann noch verfolgen, aber das muss man sehen. Ich bin jetzt im Moment voll auf die Musik konzentriert und bis zum nächsten Eurovision Song Contest mache ich das auch ganz intensiv. Wenn ich danach noch weiter Lust habe, Musik zu machen, mach ich weiterhin Musik und wenn ich danach Lust habe, etwas Anderes zu machen, dann kann ich auch etwas Anderes machen.

Zum Beispiel eine Show bei ProSieben?
Zum Beispiel, was ich mir allerdings jetzt noch nicht genau vorstellen kann, aber das wäre grundsätzlich eine Möglichkeit von vielen (lacht).

Also wenn ich mir die Einschaltquoten von der Live-Sendung deiner Rückkehr aus Oslo nach Hannover ansehe, dort wurde ja eigentlich nichts Spannendes gemacht, aber das sahen sich dreieinhalb Millionen Menschen an und das war selbst für ARD oder ProSieben sehr gut.
Das ist richtig.

Du magst ja eigentlich nicht so sehr Casting-Shows. Welche hast du gesehen und was stört dich daran? Wieso hast du dann überhaupt bei «Unser Star für Oslo» teilgenommen?
Ich habe von vornherein immer gesagt, dass ich Castingshows total dreckig finde. Ich denke, wenn man in solchen Formaten mitmacht, dann muss man sich dem fügen, was Sender, Plattenfirmen und die anderen Menschen um einen herum wollen.

Und das ist jetzt nicht so?
In meinem Fall ist dies nicht so.

Also so wie du gerade herüber kommst, wirkst du auch ziemlich authentisch.
Ich würde mit dir auch außerhalb eines Interviews genauso sprechen wie jetzt. Ich habe bei der Show von Stefan [Raab] mitgemacht, weil ich dabei auf jeden Fall ein gutes Gefühl hatte. Ich bin ein riesen Fan von Max Mutzke und Stefanie Heinzmann und hatte bei denen das Gefühl, dass sie Beständigkeit und Authentizität ausstrahlen, keine Massen-Maschinerie hat das kaputt gemacht. Bei anderen Künstlern sieht man das total und das finde ich einfach traurig, deswegen wollte ich bei so etwas nicht mitmachen. Ich wollte mich nicht verbiegen lassen. Daher bin ich total froh, dass ich hier gelandet bin, weil ich echt das machen kann, wozu ich Lust habe. Was ich nicht möchte, wird nicht gemacht. Es sei denn, es gibt vernünftige Argumente, die für oder gegen etwas sprechen, da profitiere ich gerne von der größeren Erfahrung der Leute, mit denen ich arbeite. So ist es!

Ich habe zum Beispiel mal gesagt, ich möchte gerne nach Australien oder Tel Aviv und darüber wird jetzt nachgedacht, ob man das irgendwann umsetzen kann.

In Tel Aviv sind schon andere große deutsche Künstler aufgetreten.
Mich zieht einfach das Land an, ich find die Sprache wunderschön, ich bin ein riesen Fan vom Hebräischen.

Tel Aviv soll derzeit ja auch die boomende Stadt neben Beirut schlechthin sein. Die Menschen leben dort, als gäbe es kein Morgen.
Ja? Gut, dann habe ich ja einen Riecher dafür. Dass habe ich zwar noch nicht gehört, aber gut.

Du bist wohl auch extrem weltoffen?
Ja, offensichtlich. Ich bin – was mich privat angeht – nicht so der Socializer. Ich habe keine 400 Milliarden Bekannte in meinem Freundeskreis, sondern eher nur zehn Leute, mit denen ich immer in Kontakt bin.

Und die haben dir dann auch dein Talent in Stimme und Gesang bescheinigt?
Nein, eigentlich gar nicht. Ich habe früher bei ein paar Schulveranstaltungen auf der Bühne gesungen, zwei bis fünf Mal, aber das war’s (lacht).

In der kommenden Woche erscheint der zweite Teil des großen Lena Meyer-Landrut-Interviews. Dann spricht sie unter anderem über ihren Kleidungsstil, ihren Willen bei Universal Music und ihr neues Album.

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