Sonntagsfragen

Sonntagsfragen an Karsten Rühle

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Seit August 2009 ist Karsten Rühle Producer bei der Telenovela «Anna und die Liebe». Dort stehen große Veränderungen an: Am 02. März wird Jeanette Biedermann zum letzten Mal darin auftauchen. Quotenmeter.de sprach mit dem Fernsehmacher über die Zukunft.

Herr Rühle, seit rund einem halben Jahr sind Sie jetzt Producer von «Anna und die Liebe» - gleich zu Beginn Ihrer Zeit mussten Sie eine neue Hauptfigur, nämlich Mia, einführen. Projekt bis jetzt gelungen?
Bis jetzt sind wir sehr zufrieden. Abschließend können wir es aber erst beurteilen, wenn Anna/Jonas mehrere Wochen gar nicht mehr auf dem Bildschirm zu sehen waren. Mit Josephine Schmidt haben wir die ideale Besetzung als Mia Maschke gefunden und diese Einschätzung teilt auch das Publikum. Die Resonanz auf die neue Hauptfigur ist durchweg positiv.

Haben Sie «Anna und die Liebe» am Anfang verfolgt? Als die Telenovela schlechte Quoten hatte und das Team die tollen Werte sich hart erkämpfen musste? Was gefiel Ihnen anfangs bei der Telenovela schon sehr gut?
«Anna und die Liebe» zeichnet sich durch ein Versprechen aus: Die Zuschauer mit einer romantischen, gefühlvollen Liebesgeschichte zu unterhalten. Um dieses Ziel zu erreichen, haben die Autoren von Anfang an alle möglichen Erzählweisen und -ideen genutzt, die ein solches Format bietet und sich weniger als üblich den gängigen formalen Beschränkungen unterworfen. Das finde ich mutig und das fand ich von Anfang an bemerkenswert. Aber natürlich funktioniert das alles nur im Team, wenn Schauspieler-Ensemble und Stab sich besonders liebevoll um die Umsetzung kümmern. Und dazu gehört auch das Vertrauen des Produzenten und des Senders, die einer ungewöhnlichen Idee auch eine Chance geben. Und das ist bei „Anna und die Liebe“ zu 110 Prozent der Fall.

Mit Gerrit Broda hatten Sie in den ersten 320 Folgen einen der beliebtesten Bösewichte der deutschen Soaplandschaft - wie sehr vermissen Sie seine Figur und wie schwer fiel auch der Abschied?
Ich habe Lars Löllmann als Schauspieler kennengelernt, als schon klar war, dass er «Anna und die Liebe» auf eigenen Wunsch verlassen wird. Natürlich schmerzt es immer, so eine prägnante Figur zu verlieren. Aber wir haben mit den Geschwistern Annett und David Darcy bereits ein neues, spannendes Antagonisten-Paar. Sie werden weiterhin Mia Maschke das Leben schwer machen und auch darüber hinaus noch die eine oder andere Überraschung bieten.

Lars Löllmann ist nicht der einzige Darsteller, der die Serie verlassen hat. Allen voran sind hier natürlich Jeanette Biedermann und Roy Peter Link zu nennen, die Anfang März das letzte Mal zu sehen sind. Wie war denn deren letzter Drehtag am 15. Januar?
Jeanette und Roy hatten an diesem Nachmittag ihre letzte gemeinsame Szene. Direkt danach gab es Standing Ovations im Studio und herzliche Dankesworte. Natürlich ist das für alle Beteiligten ein bewegender Moment. Es waren viele Kollegen, Freunde und Weggefährten von Jeanette und Roy gekommen. Die eine oder andere Träne ist dabei auch geflossen. Anschließend wurde gefeiert.

Sat.1 lässt das momentan ja ein bisschen offen, auch Jeanette selbst hat sich nicht klar geäußert – ich gehe aber davon aus, dass sie nicht dauerhaft zurückkehren wird. Was denken Sie?
An den Spekulationen, mit wem es danach wie weitergeht, möchte ich mich im Moment nicht beteiligen. Aktuell liegt unser Fokus natürlich auf Josephine Schmidt. Sie ist eine großartige Schauspielerin, die die Rolle Mia Maschke einerseits kraftvoll, jung, wild und andererseits weich und zerbrechlich anlegt – eine perfekte Telenovela-Heldin. Producers at Work und Sat.1 sind sehr glücklich, dass sie diese Herausforderung angenommen hat und so großartig umsetzt.

Auch Jeanettes Serienschwester Katja und Stiefvater Armin haben die Serie verlassen – beide waren neben Gerrit die Antagonisten. Aktuell gibt es in der Serie nun David und Annett als Gegenspieler – kommt da noch jemand hinzu oder wird es in der Welt von «Anna» künftig friedlicher?
Eine friedlichere Welt ist nicht beabsichtigt, im Gegenteil. Mia wird durch Annetts und Davids Bosheiten immer wieder in ihrem Wunsch, mit Alexander zusammenzukommen, zurückgeworfen. Allerdings führen wir mit der Schwester von Susanne Polauke eine schillernde Nebenfigur ein, die das Restaurant Goldelse und die Beziehung von Susanne und Ingo durcheinander wirbeln wird.

Also ist Friede sicher nicht gewährleistet. Wagen wir einen Blick nach vorn: Können sich die Zuschauer auf Grund der zahlreichen Abgänge in den kommenden Wochen noch auf weitere neue Gesichter einstellen?
Ja, es wird neue Figuren geben – mehr werde ich an dieser Stelle aber noch nicht verraten.

Bei der Liebesgeschichte von Mia und Alexander haben Sie einen anderen Weg gewählt. Anna und Jonas kamen erst nach rund 300 Folgen zusammen, Mia und Alexandra stehen sich schon nach zwei Monaten näher – hatten sogar schon einen One-Night-Stand. Wieso haben Sie sich für die Variante, die auch das ZDF mit «Wege zum Glück» ging, entschieden?
Wir wollten den Zuschauern möglichst früh das Versprechen geben, dass Mia und Alexander das neue Liebespaar sind. Und wir haben gleichzeitig eine der bestimmenden Ängste von Analphabeten erfahrbar gemacht: Nach der gemeinsamen Nacht mit der Liebe ihres Lebens schafft es Mia nicht, sich gegenüber Alexander zu öffnen und zu sagen, dass sie nicht lesen und schreiben kann. Da bekommt man schon eine Ahnung, wie sehr Mia unter ihren Selbstzweifeln und Lügen leidet.

Und das wird man noch eine ganze Zeit lang im Fernsehen erleben können. Vielen Dank für das Interview und auf weiterhin gute Quoten.

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