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20 Jahre Wende - Was blieb vom DDR-Fernsehen übrig?

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Quotenmeter.de stellt zum 20. Jahrestag des Mauerfalls die Frage, welche Köpfe und Sendungen des DFF die Wende überlebt haben und noch heute im Fernsehen zu sehen sind.

Eine Ausgabe der Nachrichtensendung «Aktuelle Kamera» zu Ehren des 73. Geburtstag von Stalins am 21. Dezember 1952 war die erste Sendung des Staatsfunks der DDR. Es folgte ein jahrelanges „Versuchsprogramm“ bis am 03. Januar 1956 der Deutsche Fernsehfunk (DFF) offiziell seinen Betrieb aufnahm. Nach der Wiedervereinigung konnte sich das Staatsfernsehen noch ein paar Monate am Leben halten bevor der Betrieb am 31. Dezember 1991 endgültig eingestellt wurde. Im Laufe der fast 40jährigen Geschichte produzierte der DFF zahlreiche beliebte Sendungen, von denen einige den Untergang der DDR zumindest zeitweise überlebt haben.

«Außenseiter-Spitzenreiter – Kundendienst für Neugierige»
Hans-Joachim Wolfram präsentiert seit 18. Juni 1972 in jeder Ausgabe Menschen mit außergewöhnlichen Hobbys und andere Kuriositäten. Nach der Wende übernahm der MDR die Sendung und zeigt sie noch heute mit neuen Folgen monatlich am Mittwochabend um 20.15 Uhr.

«Unser Sandmännchen»
Seit 22. November 1959 schickte der DFF seine jüngsten Zuschauer mit dem Abendgruß und den Geschichten um Herrn Fuchs, Frau Elster, Pittiplatsch, Schnatterinchen und Plums ins Bett. Durch den großen Widerstand der Zuschauer wurde die Sendung nach der Wende vor der Absetzung verschont und wechselte zum 01. Januar 1992 lückenlos vom DFF zum ORB (später RBB) und MDR. Noch heute werden in Potsdam-Babelsberg neue Ausgaben des beliebten Kinderprogramms für den RBB, MDR und KI.KA hergestellt.

«Achims Hitparade»


In der Musiksendung mit Achim Mentzel traten die beliebtesten Interpreten der Volksmusik und Schlagerszene auf. Erstmals auf Sendung ging sie im Jahr 1989 und wurde dann vom MDR bis 2006 weiterproduziert.

«Du und Dein Garten»


Seit 1968 lieferte Erika Krause in ihrer Ratgebersendung zahlreiche Tipps zur Verschönerung des heimischen Gartens. Nach dem Ende des DFF übernahmen der MDR und ORB die Sendung und setzten mit der gleichen Moderatorin bis 2003 fort.

«Glück muss man haben»


In der Show mit Wolfgang Lippert spielten Zuschauer gemeinsam mit prominenten Gästen in verschiedenen Runden um einen Trabant. Das Konzept tauchte erstmals 1988 im DFF auf und wurde bis 1997 vom MDR weiterproduziert.

«Polizeiruf 110»
Die ostdeutsche Krimireihe sollte das Gegenstück zum westlichen «Tatort» darstellen und lief im DFF erstmals im Jahr 1972 über den Schirm. Wie beim Vorbild trauten sich auch dort die Macher zum Teil kontroverse Themen anzupacken. Allerdings stets mit Einwilligung der DDR-Regierung. Seit 1993 setzen die Regionalsender der ARD die Reihe fort. Noch heute sind neue Ausgaben vom MDR, NDR, RBB und BR auf dem Sendeplatz des «Tatorts» am Sonntagabend zu sehen.

«Elf 99»


Die Jugendsendung des DFF war nach der Postleitzahl des Sendestudios in Berlin-Adlershof benannt. Nach dem Ende des DDR-Fernsehens übernahm überraschenderweise nicht der ORB oder MDR die Ausstrahlung des populären Magazins, sondern der Privatsender RTLplus. Dieser strahlte das Format mit deutlich reduzierter Sendezeit täglich im 18.00 Uhr aus. Da die Ausstrahlung jedoch während des Regionalfensters erfolgte und das Format dadurch nicht von allen Zuschauern empfangen werden konnte, wurde sie kein großer Erfolg. Ab September 1993 übernahm daher der Sender VOX die Show und zeigte sie im frühen Nachmittagsprogramm. Zu diesem Zeitpunkt war der Kölner Sender jedoch noch nicht groß verbreitet, sodass die Sendung auch dort kein großes Publikum finden konnte. Nach einer Umbenennung in «Saturday» verschwand sie 1994 endgültig vom Schirm. Auf dem Gelände des alten Studios in Adlershof wurde jüngst das «TV-Duell» zwischen Merkel und Steinmeier produziert.

«Ein Kessel Buntes»


Die große Unterhaltungssendung der DDR lief seit 29. Januar 1972 über den Bildschirm und war das Aushängeschild des DFF. Mit internationalen Stars und wechselnden Moderatoren sollte die das Gegenstück zu den großen Samstagabendshows der westlichen Konkurrenz darstellen. Nach der Wende übernahm die ARD das Format und setzte es für zehn Ausgaben mit Moderator Karsten Speck («Hallo Robbie!») bis zum 19. Dezember 1992 fort.

«Medizin nach Noten»


Zunächst lief die ostdeutsche Gymnastiksendung bis Ende der 70er Jahre und wurde dann eingestellt. Erst mit dem Aerobic-Trend in den 80er tauchte sie mit neuen Folgen wieder auf. Nach der Wende übernahm der ORB die zehnminütigen Fitnessübungen, stellte sie jedoch schnell wieder ein.

Zahlreiche Moderatoren des Deutschen Fernsehfunks schafften es trotz der Einstellung des Senders von westlichen Sendern mit neuen Aufgaben übernommen zu werden. Unter ihnen sind die bekanntesten:

Wolfgang Lippert


Er präsentierte im DFF unter anderem «Ein Kessel Buntes» und «Glück muss man haben» und wurde später der Nachfolger von Thomas Gottschalk bei «Wetten dass..?». Später führte er durch die Sendungen «Goldmillion» (ZDF) und den «ZDF-Wintergarten». Seit 2006 ist er im MDR mit seiner Ratesendung «Wo ist Lippi?» zu sehen.

Jens Riewa


Der heutige «Tagesschau»-Sprecher begann seine Nachrichtenkarriere in der Jugendsendung «Elf 99», in der er während der Wendezeit die stündliche Nachrichtenschiene präsentierte.

Carmen Nebel


Die in Grimma geborene Moderatorin tauchte erstmals im DFF als Programmansagerin auf bevor sie nach der Wende durch zahlreiche Volksmusik- und Schlagersendungen führte. Seit 2004 präsentiert sie im ZDF die große Samstagabendshow «Willkommen bei Carmen Nebel».

Petra-Kusch Lück


Auch sie begann ihre Karriere als Ansagerin, durfte aber später auch mehrmals durch den Showklassiker «Ein Kessel Buntes» führen. Ab 1995 übernahm sie bis 2003 in der ARD die Sendung «Musikantenscheune». Ihr Nachfolger wurde Ekki Göpelt, der ebenfalls aus dem DDR-Funk stammt. Zurzeit ist sie immer sonntags mit ihrer Glückwunschsendung «Alles Gute» im MDR zu sehen.

Maybritt Illner
Die heutige Politikjournalistin arbeitete zunächst als Sportjournalistin für das DDR-Fernsehen, bevor sie die Magazine «azur – das Reisejournal» und das «Abendjournal» präsentierte. Später übernahm sie das ZDF-«Morgenmagazin» und die Politiksendung «Berlin Mitte».

Andrea Ballschuh


Im Alter von elf Jahren tauchte die gebürtige Dresdnerin bei der Kindersendung «Ein Bienchen für...» erstmals im Fernsehen auf. Nach dem Engagement als Wetterfee in Sat.1 übernahm sie ab 2003 die Moderation von «Volle Kanne – Service täglich» im ZDF. Aktuell läuft ihre Sendung «Quickie» im MDR.

Nadine Krüger


Die spätere VIVA-Moderatorin war als Kind Assistentin von Gerhard „Adi“ Adolph in der Kindersportsendung « Mach mit, mach’s nach, mach’s besser». Nach der Wende präsentierte sie die Kuppelshow «Sommer sucht Sprosse» in Sat.1 Ab 2006 führte sie durch das «Sat.1 Frühstücksfernsehen». Seit 2009 ist sie die Gastgeberin des ZDF-Magazins «Volle Kanne – Service täglich» und war damit die Nachfolgerin von Andrea Ballschuh.

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Einsendeschluss ist Sonntag, 15. November 2009, um 23.59 Uhr. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Alle zugesandten Namens- und Adressdaten werden nach dem Versenden der Preise unwiderruflich gelöscht und an keine Dritten weitergegeben. Die Teilnahme von Quotenmeter.de-Mitarbeitern und deren Angehörigen ist ausgeschlossen.

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