«Kreis runde Sache»: Raab rettet die ARD

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Von Atze bis Zwegat: An zwei Tagen der Woche befasst sich unser Kolumnist Alexander Krei mit dem Sinn und Unsinn der Fernsehwelt. Heute: Stefan Raab.

Man kann sich ja viele Moderatoren und Gesichter inzwischen bei den Öffentlich-Rechtlichen vorstellen, doch dass Stefan Raab im nächsten Jahr für die ARD eine Castingshow moderieren wird, ist zugegebenermaßen doch schon eine recht kuriose Vorstellung. Wo sonntags im Frühprogramm Stefan Mross als verkleideter Landwirt im Trecker die Bühne betritt und Florian Silbereisen im alten Seidenvorhang seiner Urgroßmutter zur besten Sendezeit durch Volksmusik-Feste führt, soll nun also auch Raab ein Plätzchen finden?

Kaum zu glauben, dass er – der einstige Show-Rüpel – Andy Borg schon bald als seinen Kollegen bezeichnen darf. Fast schon sensationell, dass er bald zwischen «Tagesschau» und «Tagesthemen» durch eine Sendung führen wird. Da stellt sich dann bloß die Frage, ob sämtliche ARD-Intendanten davon schon Wind bekommen haben und was die weiteren grau- melierten Anzugträger dazu sagen. Oder wurden deren Zivis bislang etwa zu Stillschweigen verurteilt?



In jedem Fall ist die Kooperation zwischen der ARD und Stefan Raab ein Meilenstein in der Fernsehgeschichte, eröffnet sie doch zugleich auch völlig neue Möglichkeiten der Zusammenarbeit – besser denn je können sich künftig Kompetenzen ergänzen. Die oft ohnehin kaum unterscheidbaren Beiträge von «taff.» und «Brisant» können nun ganz einfach ausgetauscht werden. Von der gewaltigen Polit-Kompetenz, die Daniel Aminati und Annemarie Warnkross mitbringen, ganz zu schweigen.

Man darf also gespannt sein, was die Zuschauer in den kommenden Monaten noch an Überraschungen erwartet. Immerhin: Das Vorabend-Problem der ARD ist durch die Zusammenarbeit nun auch gleich preisgünstig gelöst worden. Anstelle teuer produzierter Serien und Shows, die ohnehin niemand sehen möchte, wird künftig zwischen 18:55 Uhr und 19:20 Uhr einfach eine Programmtafel eingeblendet. Die lapidaren Worte: „Schalten Sie doch einfach zu ProSieben!“

Die nächste Ausgabe unserer Kolumne „Kreis runde Sache“ erscheint am kommenden Donnerstag - natürlich bei Quotenmeter.de.

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