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Mord & Totschlag: 200 Folgen «Law & Order: New York»

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Ende April 2009 läuft die Jubiläumsfolge der US-Krimiserie, für die Robin Williams verpflichtet wurde.

Das «Law & Order»-Franchise gehört zum US-Fernsehsender NBC wie «Alarm für Cobra 11» zu RTL – es führt kein Weg dran vorbei. Nun läuft in Deutschland die 200. Episode des Spin-Offs «Law & Order: SVU», das hierzulande als «Law & Order: New York» ausgestrahlt wird. Zuletzt schalteten 1,46 Millionen Fernsehzuschauer ein, damit kann RTL II zufrieden sein, ohnehin beweist der TV-Sender Kontinuität. Alle bisherigen 199 Episoden sind am Donnerstagabend aufgeführt worden, einen solchen Service bekommt man selten von einem Sender geboten.

In den Vereinigten Staaten lief die Jubiläumsausgabe der Krimiserie bereits am 29. April 2008, in Deutschland ist diese Folge genau ein Jahr und einen Tag später zu sehen. Die Produzenten verpflichten für die Folge den beliebten Kinostar Robin Williams, der mit «Hook», «One Hour Photo» und «Der Club, der toten Dichter» glänzte. Ohnehin ist es um den bekannten Schauspieler etwas ruhiger geworden, für seine Rolle in «Law & Order: SVU» gibt er allerdings alles. Williams verkörpert den Toningenieur Merrit Rook, der einen Filialleiter eines Fast-Food-Ladens anruft und sich als Detective Milgram ausgibt. Dieser erklärt, dass eine junge Angestellte, die nur mit einer Schürze bekleidet ist, in seinem Büro festsitzt. Das Team der Spezialeinheit findet Rook, da sein Anruf von einer Überwachungskamera gefilmt wird, und locht den Verdächtigen ein. Nun steht der Prozess an, in dem sich Rook selbst verteidigt und die Punkte der New Yorker-Staatsanwaltschaft in der Luft zerreißt.

Die Idee von «Law & Order» und der insgesamt vier Tochterserien stammt von Dick Wolf. Bereits im Jahr 1990 ging die Muttersendung bei NBC auf Sendung, dann folgte die Abteilung für Sexualverbrechen. Bereits zwei Jahre später schickte die Fernsehstation «Law & Order: Criminal Intent» auf Sendung, die Kapitalverbrechen-Ermittler sind hierzulande bei VOX sehr erfolgreich. Nach vielen Jahren im amerikanischen Network-Fernsehen wanderte das Format auf den NBC-Schwestersender USA Network. Die Einschaltquoten des Formates waren für den großen Broadcaster zu schlecht geworden, weshalb man sich von der Serie trennte. Für Wiederholungen in Krisenzeiten kommt die Serie allerdings des Öfteren einmal zurück.

Im Jahr 2005 war eine kurze Zeit lang «Law & Order: Trial by Jury» zu sehen, jene Serie wollte NBC nicht wirklich im Programm haben und zeigte sie auf einem unattraktiven Sendeplatz. Es gingen allerdings die Gerüchte herum, dass Mastermind Dick Wolf im Falle einer Ablehnung eine andere TV-Station für alle Serien suchen würde. Nach 13 Folgen folgte das Aus, seither haben auch die anderen Serien mit rückläufigen Zuschauerzahlen zu kämpfen.

Vor wenigen Wochen startete nun der vierte Ableger, der allerdings nur in England zu sehen war. «Law & Order: UK» ist wie das Originalformat aufgebaut, spielt aber auf der Insel. Die Einschaltquoten waren für den Free-TV-Sender ITV1 recht ordentlich, ob es mehr als sieben Folgen gibt, steht allerdings noch in den Sternen.

In Deutschland ist die Serie «Law & Order: SVU» ein großer Erfolg, denn die ersten 16 Episoden der aktuellen Staffel verzeichneten 1,54 Millionen Zuschauer und 7,3 Prozent Marktanteil – trotz «Alarm für Cobra 11» und «Germany’s Next Top Model» im Gegenprogramm. Aber der Weg zum Erfolg war lang und beschwerlich, denn erst die vierte Staffel durchbrach bei den 14- bis 49-Jährigen die Sechs-Prozent-Marke. Im Juni 2007 durchbrach das Format sogar einmal die Zehn-Prozent-Marke mit einer Episode, damals wurden 10,5 Prozent Marktanteil eingefahren. Für RTL II ist das Format vielleicht ein voller Erfolg, doch der große Straßenfeger war die Serie noch nie.

Zurück in die Vereinigten Staaten: Die Hauptdarsteller Christopher Melonie und Mariska Hargitay werden eventuell ihren Vertrag nicht für ein elftes Jahr verlängern. Das Ermittler-Duo, das seit Sendestart im Vordergrund steht, soll womöglich ausgetauscht werden. Doch eine definitive Entscheidung ist bis heute noch nicht gefallen. Oftmals sind solche Ausstiegsgerüchte damit verbunden, dass die Darsteller eine höhere Vergütung wünschen. Ohnehin haben sich die Verhältnisse in den vergangenen Jahren deutlich geändert: Nach «Emergency Room» und «Southland» ist «Law & Order: SVU» die erfolgreichste Serie in diesem TV-Jahr. Nachdem die Krankenhausserie nach 15 Jahren beendet wurde, wird die Spezialeinheit noch ein wenig ermitteln müssen. Zur Freude der Fans wird es mit Sicherheit noch einige Jahre weitergehen – ob mit oder ohne Melonie und Hargitay.

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