Die Kritiker

«König Otto»

von
Story:
Otto Huber ist Hausmeister in Wien. Eigentlich kommt er ja aus Bayern – und den Freistaat vermisst er selbst nach 20 Jahren noch immer. Eines Tages erfährt er, dass er den bei einem Gewinnspiel gewonnen hat. Eigentlich wollte er nur einen neuen Fernseher haben, letztlich ist aber eine Reise nach Afrika herausgekommen. Die will er zunächst auch gar nicht antreten, aber eine Tochter Anna überredet ihn dazu. Schon der Flug ist für ihn ein wahrer Albtraum, die Hitze, die Tiere und vor allem das für ihn anscheinend ungenießbare Essen machen es nicht besser. Die Mitreisenden nerven auch nicht wenig.

In Afrika selbst besucht die Reisegruppe ein kleines Dorf, das gerade eine Versammlung abhält. Das Stammesoberhaupt ist vor kurzem verstorben und jetzt sollen die Ahnen einen neuen Anführer bestimmen. Eigentlich ist alles schon genau eingefädelt: Der korrupte Sohn des Königs soll auserkoren werden, doch dann kommt alles ganz anders: Durch einen Zufall liegen die entscheidenden rituellen Knochen nämlich plötzlich vor Ottos Füßen. Das ändert sich allerdings als seine kleine Anna verschwindet und einer Tierquälerei auf die Schliche kommt, in die auch der Sohn der Königs verwickelt ist. Außerdem scheint Hausmeister Otto der schönen und klugen Stammesprinzessin Fenda nicht wirklich abgeneigt…

Darsteller:
Ottfried Fischer («Der Bulle von Tölz», «Superstau») ist Otto Huber
Leonie Charlotte Brill ist Anna Huber
Eloise Cupido ist Fenda
Given Mahlatse Stuurman ist Mbugu

Kritik:
Zugegeben: Auf den ersten Blick scheint «König Otto» eine Komödie unter vielen zu sein. Die Geschichte an sich klingt wenig interessant und auch die Vorstellung Ottfried Fischer als Anführer eines Stammes in Afrika zu sehen, ist zumindest gewöhnungsbedürftig.

Aber weit gefehlt: Der Film besticht durch einen ungeheuren Charme und Fischer selbst durch gewohnt trockenem Humor. Dabei läuft er fast zur Bestform auf, die fast an einen der besten Filme mit ihm erinnert – nämlich an den Kultstreifen «Superstau». Die Rolle des Hausmeisters Huber ist dem beleibten Bayern wie auf den Leib geschnitten. Denn eigentlich hat der gute Huber keine Lust auf Afrika und das Stammesleben, will viel lieber wieder in Wien sein und am allerliebsten zurück in den Freistaat Bayern. Aber er muss durch Afrika trotten und soll dann auch noch der Anführer des Rudels werden.

Ottfried Fischer im fernen Afrika – ein absolutes Muss, nicht nur für Fans des Darstellers. Neben schönen Bildern, in denen auch tolle Tieraufnahmen zu sehen sind, hat die Komödie alles was ein guter Film braucht. Einen Bösewicht, eine romantische Geschichte und wirklich lustige Sequenzen. Eines ist aber ganz wichtig: Zu ernst nehmen sollte man den Film auf keinen Fall. Das ist und war aber sicherlich auch nie das Ziel der Produktion, schließlich drehte man ja einen Unterhaltungsfilm und keine Dokumentation. An manchen Stellen werden aber doch zu viele Klischees bedient, weswegen ein Punktabzug nicht zu vermeiden ist.

Anrührend ist der Film auch deswegen, weil er zeigt, wie unproblematisch Kinder die Welt sehen. So freundet sich die kleine Anna mit einem Stammesjungen an, der nicht einmal ihre Sprache versteht. Das macht aber gar nichts, denn auch ohne Sprache wollen die beiden die schlimmen Machenschaften des Fast-Anführers verhindern.

Sat.1 zeigt die Deutschland-Premiere von «König Otto» am Samstag, den 18. November 2006, ab 20.15 Uhr

Kurz-URL: qmde.de/17442
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