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Sat.1-Chef Guido Bolten muss gehen

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Nach etwas mehr als einem Jahr Amtszeit muss Gudio Bolten seinen Platz räumen. Sein Nachfolger wird German Free TV Group-Vorstand Andreas Bartl persönlich.

Personalwechsel an der Spitze des Privatsenders Sat.1: Nach etwas mehr als einem Jahr Amtszeit muss Geschäftsführer Guido Bolten seinen Platz räumen. Dies bestätigte die German Free TV Group am Mittwochmittag. Als Gründe werden Quotenflops der wichtigen Neustarts «Kerner», «Die Oliver Pocher Show» und «Eine wie keine» vermutet. Im Dezember lag Sat.1 nur noch bei etwas mehr als zehn Prozent Marktanteil in der Zielgruppe und somit recht weit entfernt vom eigentlichen Ziel der elf Prozent. In den vergangenen Tagen gab es dann vermehrt Spekulationen über personelle Veränderungen bei Sat.1: Hieß es zunächst, dass möglicherweise Chefredakteurin Tanja Deuerling zum Bauernopfer gemacht wird und ihren Platz räumen muss, verdichteten sich seit Mitte vergangener Woche die Anzeichen, dass die Konzernspitze Sat.1-Chef Bolten von seinen Aufgaben entheben möchte.

Der 48-Jährige ist offiziell ab 01. Februar freigestellt, soll Sat.1 künftig in beratender Form erhalten bleiben. Es ist jedoch davon auszugehen, dass Bolten bereits ab sofort keine Entscheidungen das Programm betreffend mehr fällen wird. "Ich bedanke mich beim gesamten Sat.1-Team für die hervorragende Arbeit und den Zusammenhalt während des schwierigen Übergangs von Berlin nach München. Sat.1 ist nach der Restrukturierung programmlich für die Zukunft gut gerüstet", verabschiedete sich Guido Bolten, der Sat.1 in einer Anfang 2010 herausgegebenen Pressemitteilung als „gut aufgestellt“ sah. Offiziell heißt es seitens des Konzerns, er habe sich entschieden seine Tätigkeit als Sat.1-Chef zu beenden – inoffiziell ist von einem Rauswurf die Rede. Vor Guido Bolten waren Matthias Alberti und Roger Schawinski Senderchefs bei Sat.1.

Mit der Personalveränderung geht eine Umstrukturierung der gesamten German Free TV Group einher – es ist also wahrscheinlich, dass das Ende Boltens bei Sat.1 schon seit einigen Tagen feststeht, man nur die Nachfolge noch genauer klären musste. Neuer Sat.1-Geschäftsführer wird Andreas Bartl (Foto) persönlich, der das Sorgenkind somit also zur Chefsache erklärt. "Sat.1 ist unser wichtigster, weil in der Zielgruppenansprache breitester und damit auch umsatzstärkster Sender. Verlässlichkeit sowie das Vertrauen unserer Zuschauer und unserer Werbekunden haben höchste Priorität. Deshalb werde ich den Sender bis auf weiteres persönlich leiten“, so Bartl, der auch weiterhin Chef der German Free TV Group bleibt.

Auf sehr viel Neues kann man möglicherweise aber nicht hoffen: Schon jetzt wurden alle wichtigen Fragen mit der German Free TV Group – und somit mit Andreas Bartl – abgestimmt. Bartl hat sich in sein Team aber zwei weitere wichtige Fernsehmanager geholt: Unter anderem Jobst Benthues, der jahrelang mit großem Erfolg Unterhaltungschef von ProSieben war und derzeit die Geschäfte der Produktionsfirma Red Seven leitet. Er kümmert sich künftig um die Unterhaltungsformate von Sat.1, ProSieben und kabel eins als Senior Vice President Entertainment.

Katja Hofem-Best, die als Geschäftsführerin des demnächst startenden Frauensenders Fem.TV zur Sendergruppe geholt wurde, übernimmt den Posten der Senior Vice President Factual. Der 43-Jährige Karl König bekommt ebenfalls weitere Aufgaben: Er ist künftig nicht nur stellvertretender Geschäftsführer von ProSieben, sondern auch Operating Officer der German Free TV Group. Er unterstützt somit Andreas Bartl, der sich in den kommenden Monaten intensiv mit Sat.1 beschäftigen wird.

Andreas Bartl sagt zur neuen Aufteilung: „Die bessere Koordination und Abstimmung unserer Marken- und Programmstrategien sowie der Programmplanungen waren ein wichtiger Grundstein für die erfolgreiche Performance der Senderfamilie im vergangenen Jahr. Die Zentralisierung der Entertainment- und Factual-Bereiche unter dem Dach der German Free TV Holding ist die konsequente Fortführung unserer erfolgreichen Strategie, Kompetenzen zu bündeln, das Know-how zu konzentrieren, die Sender weiterzuentwickeln und die Qualität unserer Programme weiter zu verbessern.“

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