Die Kritiker

«SOKO Leipzig: Flucht aus Santo Domingo»

von
Story:
Jan Maybach und der Leiter der SOKO, Hajo Trautzschke, machen Urlaub in der Dominikanischen Republik. Neben der Tatsache, dass die beiden ausspannen wollen, soll der Trip noch einen anderen Zweck erfüllen. Der vor kurzem bei einem Einsatz ums Leben gekommene Kollege Miguel hatte die Patenschaft für den kleinen Elian übernommen – dies will Jan nun fortführen.

Doch dann ändert sich alles schlagartig: Nach einer durchzechten Nacht in einer Kneipe, wacht Jan morgens mit Blutflecken an der Kleidung auf und wird von der Polizei verhaftet. Er soll einen deutschen Geschäftsmann im angetrunkenen Zustand überfahren haben. Verzweifelt versucht er seinem Kollegen und zukünftigen Schwiegervater klar zu machen, dass es eine weibliche Zeugin gibt, mit der er den Abend in der Bar verbracht hat. Aber Emanuela ist verschwunden und auch in der Kneipe erinnert sich niemand an die Schönheit.

Darsteller:
Andreas Schmidt-Schaller («Der Clown») ist Hajo Trautzschke
Marco Girnth («Die Strandclique») ist Jan Maybach
Melanie Marschke ist Ina Zimmermann
Tyron Ricketts («Samba in Mettmann») ist Patrick Grimm
Sharlene Taule ist Emanuela
Helmut Zierl («Familie Sonnenfeld») ist Gregor Bäumler
Maja Maranow («Ein starkes Team») ist Ramona Bäumler

Kritik:
Zum dritten Mal dürfen die Ermittler der ZDF-Krimiserie «SOKO Leipzig» in Spielfilmlänge ran. Die Handlung führt die Kommissare Maybach und Trautzschke direkt in die Dominkanische Republik. Der Film beginnt rasant, der Zuschauer weiß nicht wirklich, warum Kommissar Maybach fliehen muss und wer die bewaffneten Männer sind, die vor seinem Haus stehen. Erst etwa eine Minute später wird klar, dass er des Mordes an einem deutschen Geschäftsmann bezichtigt wird.

Was danach kommt, ist ein äußerst spannendes Katz und Maus-Spiel. Warum ist die einzige Zeugin, die Jans Unschuld bestätigen könnte, verschwunden? Welche Rolle spielt der dubiose Besitzer der Bar? Inhaltlich überzeugt der Film voll und ganz – das Erzähltempo ist vortrefflich gewählt, denn den Machern ist ein wunderbarer Spagat gelungen. Zugunsten des Urlaubflairs, welches beim Sehen des Films in jedem Fall aufkommt, hat man geschickt schöne auch Bilder eingeflochten. Doch in den 90 Minuten sind nicht nur Meer- und Strandbilder zu sehen – auch in abgelegenen Ecken und Märkten wurde gedreht. Dies geschah aber nie so, dass die Handlung an diesen Stellen lahmt.

Im Gegenteil: Genau diese Bilder machen den Reiz des Filmes aus – es sieht einfach einmal anders aus. Eben nicht typisch Deutsch. Ohnehin ist es eine reizvolle Idee, einmal einen gänzlich anderen Krimi zu zeigen. Eine Geschichte, die die Polizisten weg weit vom heimischen Leipizig – und noch dazu in einer prekären Situation – zeigt. Schauspielerisch überzeugt vor allem Marco Girnth, der die Rolle des unschuldigen aber dennoch verfolgten Polizisten wirklich glaubhaft verkörpert. Er harmoniert mit dem kleinen Elias, der ihm hilft, seine Unschuld zu beweisen.

Die verwendete Musik hebt sich deutlich von den Tönen ab, die sonst bei normalen «SOKO Leipzig»-Folgen angeschlagen werden. Sie ist jedoch stets passend und trägt dazu bei, den Flair der Dominikanischen Republik herüberzubringen. Einzig und allein einige Geschehnisse am Ende des Films sind etwas an den Haaren herbeigezogen – aus diesem Grund erhält das Format nicht die volle Punktzahl.

Das ZDF zeigt «SOKO Leipzig: Flucht aus Santo Domingo» am Freitag, den 29. Dezember 2006, ab 21 Uhr.

Kurz-URL: qmde.de/18059
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