Interview

Thorsten Bär: „Fußball und Comedy zu verbinden ist sehr schwer, aber machbar“

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Thorsten Bär spricht im Quotenmeter-Interview darüber, wie seine Liebe zum Fußball schon früh begann, warum es in seiner Comedy-Show kein Publikum gibt und verrät, dass er ab nächster Woche bei RTL zu sehen ist.

Hallo Herr Thorsten Bär, vielen Dank für Ihre Zeit. Seit dieser Saison kommentieren Sie jeden Montag bei Sport1 den abgelaufenen Bundesliga-Spieltag. Woher kommt Ihre Leidenschaft zum Fußball?
Fußball hat mich von klein auf fasziniert. Mein Vater hat mich schon früh mit ins Stadion genommen. Zunächst in die altehrwürdige Kellersgrube des FV 08 Geisenheim und dann natürlich auch ins Frankfurter Waldstadion, wenn der HSV dort gespielt hat. Außerdem habe ich immer schon selbst gern gegen die Kugel getreten. Passend dazu habe ich am Ende Sportjournalismus studiert, auch da ist der Fußball immer noch die Sportart Nummer eins.

Sie sind HSV-Fan, seit einigen Jahren haben Sie also kaum Grund zum Lachen, oder?
Was soll das denn heißen? (lacht) Nein im Ernst, Sie haben ja recht. Wenn ich zu jedem Trainerwechsel beim HSV in den letzten Jahren nur einen Gag machen würde, hätte ich schon ein 90 Minuten Programm voll. Für den HSV ist Konstanz halt seit Jahren eine Stadt am Bodensee. Ich bin aber fest davon überzeugt, dass wir es dieses Jahr schaffen, uns im Mittelfeld der 2. Liga festzubeißen.

Sind Sie froh, dass Sie in Ihrer Sendung «So schaut’s aus» keine Witze über Ihren Herzensverein machen müssen, sondern die Bundesliga ins Visier nehmen?
Die 2. Bundesliga ist bei uns auch Thema und ich nehme auch bei meinem Herzensverein kein Blatt vor den Mund. Bei uns wird jeder Klub gleichbehandelt – außer der FC Bayern München (lacht).

Die Comedy-Show findet ohne Publikum statt, liegt das an Corona oder wird sich das auch in Zukunft nicht ändern?
Aktuell haben wir die Show erstmal ohne Zuschauer geplant. Corona ist dabei ein Faktor, die Logistik ein weiterer, weil wir in unserem neuen Studio nicht wirklich Zuschauer platzieren können.

Über die sozialen Medien suchen Sie den Kontakt zu den Zuschauern, sind Sie zufrieden mit der Resonanz?
Die Interaktion wird von Sendung zu Sendung besser. Der Hauptkanal ist bei uns die Instagram-Seite von ‚UWE! – Der Kreisligatrainer‘, wo die Interaktionsrate sehr hoch ist, da der Kanal mit jetzt knapp 34.000 Followern rein organisch aufgebaut wurde. Auf Sport1 haben zur Premieren-Sendung bis zu 130.000 Zuschauer in der Spitze und rund 100.000 Zuschauer im Schnitt eingeschaltet. Das ist für den Anfang sehr ordentlich. Wir hoffen aber, dass wir im Saisonverlauf weiter zulegen können, wenn sich der Sendeplatz zur Primetime am Montagabend bei den Zuschauern etabliert hat.

Mit «So schaut’s aus» besetzen sie eine gewisse Marktlücke, die Verbindung von Fußball und Comedy. Bei DAZN wurde «Tippitaka» mit Abdelkarim nach wenigen Episoden schon wieder abgesetzt. Warum trauen sich nur wenige an diese Mischung heran?
Es ist mit viel Geduld und Aufwand verbunden. Ich liebe die Bundesliga und nehme sie ernst. Das ist für mich erstmal eine gute Basis, um eine authentische Stimmung zu vermitteln. Fußball und Comedy zu verbinden ist sehr schwer, aber machbar. Und das versuche ich zu beweisen.

Würde dem Fußballgeschäft ein wenig Selbstironie und Humor nicht gut zu Gesicht stehen?
Auf jeden Fall. Über sich selbst lachen zu können, ist sehr wichtig. Wenn jeder merkt, dass es nur noch um Kohle verdienen geht, wird es schwer, auf Dauer die Zuschauer im Profi-Fußball zu binden. Ich glaube, da wandern die Fans dann eher wieder Richtung Amateursport.

Etwas mehr Lockerheit versucht derzeit auch RTL in die Übertragung einzustreuen. Wie nehmen Sie die aktuelle Entwicklung in der Sportberichterstattung wahr?
Lockerheit ist immer gut, aber du brauchst dafür authentische Typen, die vorbereitet sind, Bock haben und sich auch für einen Spruch nicht zu schade sind. Sonst gibt es im Vorfeld und im Nachgang bald nur noch glattgebügelte Interviews, wo jeder sagt: Ich guck hier maximal noch das Spiel.

Stichwort RTL: Durch den Sender sind sie 2018 gewissermaßen entdeckt worden. Sie haben den «RTL Comedy Grand Prix 2018», hatte man Sie eigentlich für die neue TVNow-Show zum Europapokal angefragt?
Ich habe von RTL zwecks der TVNow-Show keine Anfrage erhalten.

Können Sie sich vorstellen eines Tages zu RTL zurückzukehren und dort eine eigene Sendung zu machen?
Ich kehre bereits kommende Woche zu RTL zurück: Ich bin Teil des neuen Formats «Echt jetzt?! – mit Ilka Bessin». Da bin ich als Außenreporter im Einsatz. («Echt jetzt?!» läuft ab 15. November werktäglich ab 15 Uhr bei RTL, Anmerkung der Redaktion)

Welche Pläne haben Sie noch mit Sport1?
Wie vorhin beschrieben stecken wir mit der Sendung «sportwetten.de So schaut’s aus – Die Bundesliga-Show» noch in der Anfangsphase und versuchen, uns damit beim Zuschauer zu etablieren. Das steht momentan voll im Fokus. Grundsätzlich bietet das Sport1 Programm natürlich viele Anknüpfungspunkte, in dem Zusammenhang war ich auch bereits bei einem Livespiel des HSV in der 2. Liga und beim «Fantalk» im Deutschen Fußballmuseum in Dortmund zu Gast.

Herr Bär, vielen Dank für das Gespräch!

«sportwetten.de So Schaut’s aus – Die Bundesliga-Show» mit Thorsten Bär als Moderator läuft immer nach dem Bundesliga-Wochenende am Montag ab 20:15 Uhr auf Sport1.

Kurz-URL: qmde.de/130566
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