Wirtschaft

Auch ProSiebenSat.1 beklagt „deutlich schwächeres TV-Werbegeschäft“

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Und dennoch fiel der Umsatz des Konzerns im dritten Quartal 2019 gut aus. Im digitalen Bereich stieg der Umsatz um mehr als ein Drittel.

Dabei ist es in einem sich abschwächenden und schwer vorhersehbaren Umfeld umso wichtiger, dass wir weiterhin in die Zukunft des Unternehmens investieren.
ProSiebenSat.1-CEO Max Conze
Da können sich die RTL- und die ProSiebenSat.1-Gruppe die Hand reichen. Auch ProSiebenSat.1 beklagte in dieser Woche bei der Veröffentlichung der Quartalszahlen ein „deutlich schwächeres TV-Werbegeschäft“. Es schrumpfte um vier Prozent. Dennoch steigerte ProSiebenSat.1 seinen Umsatz auf 926 Millionen Euro, im Vorjahreszeitraum lag er bei 892 Millionen. Treiber war also nicht mehr das klassische Fernsehen, sondern vor allem der digitale Bereich.

Ein Plus von 37 Prozent stand im digitalen und smarten Werbegeschäft zu Buche. Die Red Arrow Studios und die NuCom Group wuchsen ebenfalls zweistellig (21 und 13%). Das adjusted EBITDA der Gruppe lag ebenfalls im Rahmen der Erwartungen und ging im dritten Quartal um 25 Prozent auf 131 Mio Euro (Vorjahr: 175 Mio Euro) zurück: Dies reflektiert neben niedrigeren gesamten TV-Werbeerlösen die Entscheidung des Konzerns, wie angekündigt weiter in die Zukunft des Entertainment-Geschäfts und in ein beschleunigtes Wachstum der NuCom Group zu investieren.

Im dritten Quartal 2019 machte die ProSiebenSat.1 SE ein Ergebnis vor Steuern von 48 Millionen Euro - und lag somit auf dem niedrigsten Niveau seit über fünf Jahren. Im dritten Quartal 2016 verbuchte man mit 102 Millionen Euro das bislang schlechteste Ergebnis. Auch im Neun-Monats-Ergebnis holte man mit 357 Millionen Euro den niedrigsten Wert. Laut der ProSiebenSat.1-Gruppe ist vor allem das Deutschland-Geschäft geschrumpft. Dieses ging gegenüber dem Vorjahreszeitraum von 702 auf 691 Millionen Euro zurück, in den USA wurde es von 115 auf 156 Millionen ausgebaut. In Österreich und der Schweiz hielt man sich mit 56 Millionen Euro auf dem Vorjahreswert, in UK legte man um zwei Millionen Euro zu. Der Werbemarkt schrumpfte im dritten Quartal auf 404 Millionen Euro, im Vorjahreszeitraum waren noch 430 Millionen Euro drin.

Max Conze, Konzernchef, sagt: „Wir machen weiter gute Fortschritte und setzen die Transformation von ProSiebenSat.1 konsequent fort. Wir sind im dritten Quartal trotz des zunehmend schwierigeren makroökonomischen Umfelds und einem entsprechend schwächeren TV-Werbemarkt mit 4 Prozent im Umsatz gewachsen. Inzwischen kommen 56 Prozent unseres Umsatzes aus dem Nicht-TV-Werbegeschäft – und dieser Bereich hat im dritten Quartal um 13 Prozent zugelegt.“ Es habe sich erneut gezeigt, dass die Entscheidung, in eine digitale und diversifizierte Zukunft zu investieren, richtig sei. Joyn gewinne kontinuierlich Nutzer, erklärte Conze und bestätigte nochmals den Start einer kostenpflichtigen Premium-Version im Winter. Knapp fünf Millionen monatliche Nutzer habe der Dienst mittlerweile, heißt es.

Zudem freute sich Conze über steigende TV-Marktanteile, auch wenn diese weniger Geld bringen als früher. „In den ersten neun Monaten des Jahres liegen wir klar über den Zuschauermarktanteilen des Vorjahres und in den kommenden Monaten wartet ein starkes Portfolio an Fiction- und Entertainment-Formaten wie «Schattenmoor», «Dancing on Ice» und «Queen of Drags». Dabei ist es in einem sich abschwächenden und schwer vorhersehbaren Umfeld umso wichtiger, dass wir weiterhin in die Zukunft des Unternehmens investieren.“

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