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YouTube Premium: Stimmt das Preis-Leistungs-Verhältnis?

von   |  2 Kommentare

Mit Eigenproduktionen und Werbefreiheit soll das neue Produkt die Kunden von YouTube überzeugen. Doch nur eine Zielgruppe sollte das Angebot sofort annehmen.

Seit November 2014 versucht die YouTube-Mutter Alphabet die Videoplattform mit einem Bezahlmodell auszustatten. Zunächst hieß das Projekt „Music Key“, ehe es in „YouTube Red“ umgetauft wurde. So richtig waren die Vorstände nie zufrieden, weshalb die Projekte nie international ausgerollt wurden. Inzwischen wurde im kalifornischen Mountain View weiter gearbeitet: Mit der Music-App „YouTube Music“ sollen junge Menschen angesprochen werden. Doch auch damit hat man nicht den großen Wurf gelandet.

In Deutschland startet YouTube mit drei eigenproduzierten Formaten. Die Serie «Bullsprit» ist von C-Bas, Philipp Meisner und Christos Manazidis, die vor allem durch ihren YouTube-Kanal „Bullshit TV“ bekannt wurden. Die Serie soll zahlreiche Gastauftritte anderer Künstler enthalten wie die Lochis. In «LeFloid vs. The World» geht Florian Diedrich (Bild), der 2015 auch Angela Merkel interviewen durfte, auf Weltreise und möchte Dinge wie Politik oder Mobbing erklären. «Neuland» dagegen ist eine Show, in der der Ex-Y-Titty-Star Phil Laude als Host Gäste im Studio begrüßt und mit ihnen mehr oder minder wichtige Dinge bespricht. Hinter den Projekten stehen Brainpool, Pantaleon Films, Mediakraft und die ProSiebenSat.1-Tochter Studio71.

Erst auf dem zweiten Blick ist das neue „YouTube Premium“ durchaus eine gute Idee. Natürlich fragen sich viele Menschen, warum sie knapp zwölf Euro für diesen Dienst ausgeben sollen. Die Vorteile: Die eigenproduzierten Serien, werbefreie YouTube-Musik und ein Offline-Feature. Mit der Offline-Funktion können Videos heruntergeladen und ohne Internet angeschaut werden. Mit diesem Konzept sind sicher nur wenige Leute bereit, monatlich Geld zu bezahlen.



Auch die Bezahlvarianten sind äußerst beschränkt: In Deutschland können die Kunden entweder mit Visa, Mastercard, American Express bezahlen oder eben PayPal nutzen. Vom bequemen deutschen Kauf mit Bankeinzug oder per Handyrechnung ist nichts zu lesen. Das schreckt viele Kunden ab, denn der Bankeinzug ist hierzulande oft genutzt.



Es spricht also wenig für YouTube Premium – bis auf ein Kleingedrucktes. Wer den Dienst abonniert, der kann auch „Google Play Music“ kostenfrei nutzen. Der Music-Streaming-Dienst hat einen entscheidenden Vorteil: Er ist auf den Android-Geräten installiert und bietet ebenfalls – ähnlich wie Spotify und Apple Music – eine Flatrate an. Diese kostet rund zehn Euro im Monat, der Familientarif 15 Euro. Das YouTube-Premium-Abo gibt es für sechs Familienglieder für zwei Euro mehr.



Der neue YouTube Premium-Dienst eignet sich also für Familien, die bereits „Google Play Music“ benutzen. Die Vorteile, werbefreie YouTube-Videos und spezielle Künstler zu sehen, ist also ein kostengünstiger Mehrwert. Aber Google und YouTube müssen auch die Spotify- und Apple Music-Nutzer überzeugen, wenn der Dienst in der Breite wachsen soll. Unser Fazit: YouTube Premium ist sein Geld nicht wert.

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Es gibt 2 Kommentare zum Artikel
dirkberlin
17.09.2018 20:39 Uhr 1
Das Angebot ist eigentlich noch weniger Wert. Werbefreiheit gibt es mit jedem Adblocker und alternative Apps funktionieren auch im Hintergrund. Offline geht auch recht Problemlos.
kauai
17.09.2018 22:20 Uhr 2
Schön, dass sich kritisch damit auseinander gesetzt wird! Ich sehe auch keinen Mehrwert in einer Premiumversion, wobei ich sicher auch kein Maßstab bin. Ich nutze gar keinen Music-Streamingdienst und nutze auch YouTube nur sporadisch.
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